dieser beitrag wurde verfasst in: deutsch (ger/deu/de)
künstler: Richard Seewald
titel: Chorwandbild
jahr: 1944
adresse: Guthirtkirche, Bahnhofstrasse 51, Aarburg AG, Schweiz
+: 1976 im Zuge eines Umbaus der Kirche abgedeckt.
«Die Werke in der Kapelle S.S. Annunziata in Ronco aus dem Jahr 1936 hatten Seewald weitherum berühmt gemacht. Wahrscheinlich kannte sie Pfarrer Adolf Schmid aus eigener Anschauung. Ganz gewiss hatte er das Wandbild der Immaculata in der Kirche Maria Lourdes in Zürich Seebach gesehen, welches fast gleichzeitig entstand und zu reden gab, als in Aarburg seine Guthirtkirche eingeweiht wurde. Für ihn, den leidenschaftlichen Diasporapfarrer, hatte sich sakrale Kunst ganz in den Dienst der Seelsorge zu stellen. Davon war er felsenfest überzeugt, hielt er doch später, im Angesicht des vollendeten Aarburger Guten Hirten, fest: 'Nur ein solcher Künstler konnte berücksichtigt werden, der seine Kunst nicht um der Kunst willen ausübt, sondern dem Kultus dienen will, der nicht bloss nach eigenwilligen Gesetzen und Ideen schafft, sondern das betende Volk durch seine Darstellung zu den Geheimnissen des Glaubens, zur Andacht und Geisteserhebung führen will. [...]'» (Schärer 2017, S. 10)
«Für den tiefgläubigen Seewald gehörte die Bilderverehrung 'von den Katakomben bis zum Barock zum Wesen der Kirche'. Er lebte als Künstler für die Überzeugung, es gebe keine echte Religion ohne Kult. 'Es wird also Aufgabe des christlichen Malers sein, unter der vergänglichen Form der Dinge die ihre ewige zu suchen, ihre paradiesische [.,.]'.» (Schärer 2017, S. 11)
«Gemäss Fachurteil von Architekt Josef Negri dürfte das Bild unter der Abdeckung die Zeit gut überstanden haben. Isoliert, wie die Wand von aussen ist, und gesichert von den Einflüssen des Innenraums durch die Gipskartonplatten wäre es seiner Ansicht nach durchaus möglich, es mit dem notwendigen Aufwand wieder unversehrt sichtbar zu machen. Wie es wohl im neu beleuchteten Raum wirkte? Ob es zum abgesenkten Altarbereich passte und ob es mit dem grünlichen Steinboden, der 2009 eingebaut wurde, harmonierte, ist schwer zu sagen. Wie es wohl mit dem neuen liturgischen Mobiliar korrespondierte? Mit dem Altar, dem Ambo, dem Taufstein und den Kerzenleuchtern von Bildhauer Jörg Hutter aus Mühledorf? Wie träfe es auf den Kreuzweg, den Paul Wyss von Kappel in Aquarellbildern 1988 geschaffen hat?» (Schärer 2017, S. 17)